Du hast vielleicht von Niklas Luhmanns Zettelkasten gehört — dem Karteikasten-System, das dem Soziologen über 30 Jahre und 70 Bücher ermöglichte, Ideen miteinander zu verknüpfen und neue Gedanken aus alten entstehen zu lassen.
Vielleicht hast du auch schon Obsidian, Roam Research oder Logseq ausprobiert. Diese Tools versprechen, den Zettelkasten digital umzusetzen. Manche halten dieses Versprechen.
Aber es gibt eine Frage, die oft übersehen wird: Wem gehören deine Zettel?
Dieser Artikel zeigt, wie du Zettelkasten-Prinzipien in GROOV umsetzt — und warum das Flat-File-Prinzip dabei kein Kompromiss ist, sondern ein Vorteil.
Luhmann hat keine App benutzt. Er hatte Karteikarten in Holzboxen, jede mit einer Nummer, jede mit Verweisen auf andere Karten.
Die drei Kernprinzipien:
Das ist keine Software-Spezifikation. Es ist eine Denkpraxis.
GROOV ist kein Zettelkasten-Tool im Sinne von Obsidian. Es bietet keine automatischen Backlinks, keine Graph-Ansicht, keine Plug-and-Play-PKM-Struktur.
Was es bietet:
[Linktext](../anderer-zettel/) — manuell, aber tragfähigDas ist bewusst einfacher als Obsidian. Und für viele Zwecke ist es genug.
user/pages/
├── 01.zettel/
│ ├── idee-eigentumsgedanke.md
│ ├── idee-digitale-souveraenitaet.md
│ └── idee-pflanzen-als-metapher.md
├── 02.themen/
│ ├── foss-philosophie.md
│ └── wissensarbeit.md
└── 03.projekte/
└── growbox-marketing.md
Jeder 01.zettel/-Eintrag ist eine atomare Notiz. Jeder 02.themen/-Eintrag ist ein thematischer Ankerpunkt.
Schlecht (zu viel auf einmal):
# Digitale Souveränität
Digitale Souveränität bedeutet, dass du die Kontrolle über deine
Daten behältst. Das ist wichtig, weil Plattformen die Preise ändern
können. Außerdem...
Gut (eine Idee):
---
tags: [souveraenitaet, eigentum, infrastruktur]
---
# Eigentum vs. Miete im digitalen Raum
Wer seinen Inhalt auf einer fremden Plattform speichert, mietet
digitalen Raum. Der Vermieter bestimmt die Regeln — und kann sie
jederzeit ändern.
→ [[idee-eigentumsgedanke]]
→ [[idee-digitale-souveraenitaet]]
GROOV unterstützt Markdown-Links. Bidirektionale Links sind manuell:
Diese Idee baut auf [[/zettel/idee-eigentumsgedanke]] auf.
Du kannst Links auch mit GROOV's nativer Verlinkungssyntax setzen. Die Bidirektionalität entsteht durch Disziplin, nicht durch Automatik — wie bei Luhmann.
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title: Was Portabilität wirklich bedeutet
tags: [portabilitaet, foss, infrastruktur, zettel]
date: 2026-07-10
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Tags in GROOV sind auswertbar über Plugins oder manuelle Indexseiten. Der einfachste Weg: eine themen/infrastruktur.md-Seite, die alle Zetteln zu diesem Thema manuell verlinkt.
| Eigenschaft | GROOV | Obsidian |
|---|---|---|
| Automatische Backlinks | Nein | Ja |
| Graph-Ansicht | Nein | Ja |
| Markdown-Portabilität | Vollständig | Vollständig |
| Daten-Eigentum | Server dir | Lokal dir |
| Web-Publishing | Nativ | Plugin nötig |
| Mobile-Zugang | Browser | App |
| Offline-Arbeit | Browser-Cache | Nativ |
| Preis | Ab €4,90/Mo (hosting) | Kostenlos (lokal) |
Wann GROOV die bessere Wahl ist:
Wann Obsidian besser ist:
Die Frage ist nicht: "Was ist besser?" Die Frage ist: "Was passt zu deiner Arbeitsweise und deinen Werten?"
Luhmann hat nicht deshalb so viel produziert, weil sein Kasten aus Holz war. Er hat viel produziert, weil er konsequent war.
Der Fehler, den die meisten PKM-Enthusiasten machen: sie optimieren das Werkzeug, nicht die Praxis. Neue App, bessere Struktur, perfekte Tags — und dann immer noch keine Zeit zum Denken.
GROOV ist bewusst einfacher als Obsidian. Das ist kein Fehler. Einfachheit schützt vor Überoptimierung.
Pflanz deinen ersten Zettel. Verlinke ihn mit einem zweiten. Schau, was entsteht.
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Veröffentlicht auf garten.foss.city — dem offenen Content-Hub für digitale Gärten im deutschsprachigen Raum. Dieser Artikel enthält einen Link zu grow.b0x.store (betrieben von den Autor:innen dieses Hubs).